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Auf verlassenen und verwunschenen Pfaden – wandern in Neuseeland

Blick auf Takaka, Neuseeland, Blick auf's Meer beim Wandern

Blick auf die Golden Bay

 

In diesen Genuss kam ich auf der Südinsel oberhalb von Takaka und der Golden Bay. Der ‘Parapara Peak Track’ stammte nicht aus meinem kleinen Wanderführer, was mich ehrlich gesagt wunderte. Diesen Geheimtip entdeckte ich durch Zufall auf einer Karte vor Ort. Ein Tagestrip auf 1200 Höhenmeter. Mit meinem Bus ging es erst eine nicht asphaltierte Straße weit ins Landesinnere bis zu einem “Parkplatz” auf dem nur ich stand. Weit und breit niemand zu sehen, nur ein kleines Häuschen mit dem Visitorbuch, in das sich jeder einschreibt der sich auf die Socken macht.(Das fand ich beruhigend, denn sollte mir da drin irgendwas zustoßen, würde am Ende des Tages vielleicht ein Ranger kommen und mich retten ! 🙂 ) Man trägt ein wann man losgegangen ist und gerne auch ob man wieder zurückgekommen ist, und den Grund für den Besuch. Ich schaute mir die Liste an. Es hatte sich vor mir nur ein Einziger eingeschrieben, zum jagen…? Ich frage mich bis heute, was wohl die Beute war. Gesehen hatte ich ihn jedenfalls nicht, so wie ich auch keiner anderen Menschenseele begegnet bin und ich war ungefähr 4 Stunden unterwegs im tiefsten Dschungel. Genau, was es gab…viel Nervenkitzel und Abenteuerfeeling…so ist es mir dort ergangen.

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Ein anderes Highlight war die Besteigung des ‘Mount Stokes’, 1204 m, dem höchsten Punkt meiner heiß geliebten Marlborough Sounds. Ich mußte ihn umbenennen in, Mount Stroke (Herzinfarkt). Die Fahrt zum Anfang des Tracks ist schon für sich ein Abenteuer. Man schlängelt sich über eine Schotterpiste bis auf 640m den Berg hinauf bis zum “Parkplatz”, der eigentlich gar Keiner ist.

Parkplatz am Eingang zum Mount Stokes

Wie man sieht, wieder keine alte Sau auszumachen. Aufgrund des Nebels war es sowieso schwer irgendwas zu sehen, aber da war wirklich niemand ! Das hielt mich aber nicht davon ab in die Tiefen des Mount “Stroke” vorzudringen. Meine Intuition sagte mir, let’s go, hier biste sicher. Es war so aufregend ! Also hier war ich ja nun wirklich im Land der Trolle, Hobbits und Feen angekommen. Der Nebel hielt sich die ganze Zeit. Die Stimmung war einzigartig und unwirklich, wie im Film.

Es ging 2 Stunden steil bergauf, als sich Regen dazu gesellte. Wurzeln und Steine auf dem Weg wurden zu Mordinstrumenten. Es war rutschig wie sau. Ich wollte nun wirklich keinen Unfall provozieren. Die Vernunft siegte und ich drehte um. Wahrscheinlich keine schlechte Idee, denn so langsam schlich sich auch ein bisschen Angst ein. Die Atmosphäre wurde immer düsterer, nun wie im schlechten Film. Es kam mir vor, als könnte hinter jedem Baum plötzlich eine Gestalt aus dem Nebel treten. Mein Herz raste und da gab ich Mount Stokes seinen richtigen Namen. Bei all der Aufregung, diese Wanderung bleibt unvergessen. Die unvergleichliche, wilde Regenwaldvegetation mit diesen moos-und farnbehangenen Baumriesen hatte mich auch verzaubert. Wenn ich mich nicht gerade wie im Horrorfilm fühlte, war ich unterwegs in einem Märchenwald.

 

 

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